Guy Krneta

Als Mitglied der Spoken-Word-Formation «Bern ist überall» gilt Krneta als Wegbereiter einer zeitgenössischen literarischen Mundart. Die Grenzen zwischen Text und Musik lotet er auch aus in der Zusammenarbeit mit Greis und dem Musiker Apfelböck oder anderen Musikern aus. Mit diesen tritt er auch gerne in Kleintheatern und bei anderen Veranstaltungen auf.
 
Krnetas vielgespielte Theaterstücke und Prosatexte wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. 2003 mit dem Welti-Preis der Schweizerischen Schillerstiftung. Auftragsstücke schrieb er unter anderem fürs Theater Basel, fürs Theater Neumarkt in Zürich sowie für die von ihm mitbegründeten «Matterhorn Produktionen» in Basel. Krneta engagiert sich ausserdem kulturpolitisch: Er initiierte unter anderem das Schweizerische Literaturinstitut in Biel und ist Mitbegründer des Künstlerinnen- und Künstlernetzwerks «Kunst+Politik».

2015    Schweizer Literaturpreis 2015 - für sein Buch "Unger üs"

2012    Prix Suisseculture 2012 - für kulturpolitische Tätigkeiten

 

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aktuelles Programm

Filetschtück

«Es git Türe, wo eim, we me düre geit, gschyder mache. U es git Türe, wo eim, we me düre geit, tümmer mache. U we me wusst, weli Türen eim gschyder machen u weli tümmer, würd me nume dür die Türe düre ga, wo eim gschyder mache

«Filetschtück» ist eine reiche Sammlung von Geschichten, die in den letzten Jahren für die SRF-Sendung «Morgengeschichten» und für Spoken-Word-Auftritte entstanden sind.

So sehr der Erzählfluss, die (Alltags)themen und das Anekdotische auch mitreissen, so stecken in den Geschichten doch immer feine Widerhaken, die uns LeserInnen die Unwägbarkeiten und Widersprüche des Lebens vorführen. Mehr noch: Guy Krneta geht der Sprache und dem Erzählen auf den Grund – wichtig ist nicht nur, was erzählt wird, sondern auch wie geredet wird.

Wir begleiten den Erzähler und seine Figuren zum Kinderarzt, an die Gerichtsverhandlung eines Asylbewerbers, an die Schullesung, zum Mitarbeitergespräch oder ins Altersheim. Wir erfahren von Putzfrauen, CEOs, verlassenen Ehemännern, Flüchtlingen, Kaminfegern, Bankern, Autoren. Dazu gesellen sich Hommagen und Nachdichtungen zu Peter Bichsel, Daniel de Roulet, Robert Walser oder Kurt Marti.

Und immer gehen in diesen Mini-Dramen auf engem Raum Welten auf, die unterhaltsam und nachdenklich zugleich von den sozialen und politischen Realitäten der heutigen Zeit berichten.


rosa loui - Hommage an Kurt Marti

So schreiben, wie tatsächlich gesprochen wird - so lautete eine Forderung des Berner Theologen und Schriftstellers Kurt Marti aus dem Jahre 1964. Nicht Heimatlyrik, sondern modernes Sprachexperiment waren Martis Texte, anknüpfend an die Konkrete Poesie und den Dadaismus. Mit den Gedichtbänden "rosa loui" (1967) und "undereinisch"(1973) begründete er eine neue Form der Lyrik in Berner Umgangssprache, die Spoken-Word-AutorInnen bis heute prägt und inspiriert.

Das Hörbuch sowie das Bühnenprogramm von Guy Krneta & Louisen spielt mit den Gedichten Martis, variiert sie, verlängert sie, überschreibt sie und macht sie zu eigentlichen Keimzellen für neue Texte und Musik. Aus Martis poetischen Rhythmen entsteht ein Jazzkonzert, das auch die Nähe zum Rock und zum Chanson nicht scheut.

Als Audio-Download auf www.spoken-word.ch oder zum bestellen beim Verlag Der Gesunde Menschenversand

Webseite des Projekts

 

Unger Üs

«Familien isch, we mir unger üs sy, het dr Grosvatter gseit.Das syg säute. Umso meh fröi’s ihn, dass mir aui heigechönne cho.»

In längeren und kürzeren Spoken-Word-Texten erzählt das «Familienaubum» vom Aufwachsen in der Schweiz Ende der 1970er-Jahre. In leichterSchräglage taucht viel Bekanntes auf. Verschiedene Figuren kreuzensich und werden verbunden durch den Erzähler, der gerade seinenMilitärdienst verweigert und ein Kind in Peru erwartet. Derweil sucht der Grossvater sein Chalet in Grindelwald. Onkel Sämi singt als einziger Nichtschwuler im Schwulenchor Köniz und wird auf der Strasse angepöbelt. Die Cousine spricht dreizehn Sprachen und macht sich Sorgen umihre Identität, die durcheinandergerät, wenn nun eine vierzehnte und einefünfzehnte Fremdsprache dazu kommen. Im «Familienaubum» von GuyKrneta geht es um Heimatgefühle und Heimatverlust in einer Gesellschaft, die aussenpolitische Konflikte am liebsten innenpolitisch austrägt. Es geht ums Erzählen in der Sprache und aus der Sprache heraus, bis siezu swingen beginnt.

Mehr Infos / Infoblatt Unger üs

Unger üs mit Hausquartett

Das Hausquartett und Guy Krneta haben das „Familienalbum“ packend und lustvoll vertont, gelesen und gesungen – an zahlreichen Auftritten, und nun auch als Hörspiel auf SRF 2 Kultur und als Hörbuch (3 CDs). Isa Wiss liest, singt, dirigiert, führt durch die Episoden. Guy Krneta liest, ergänzt. Christoph Baumann (Piano), Hämi Hämmerli (Kontrabass) und Tony Renold (Schlagzeug)  spielen, unterwandern, begleiten, kommentieren improvisierend und mit Drive die Texte auf der Basis von Kompositionen von Christoph Baumann. Mehr Infos

Medienunterlagen

Presseberichte

SRF Schnabelweid - rosa loui, 2016

Medienunterlagen

Hier finden Sie Material für die Gestaltung von Presseberichten und Ankündigungen für die Shows von Guy Krneta.

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