Guy Krneta

Guy Krneta gilt als Wegbereiter einer zeitgenössischen literarischen Mundart. Er erzählt Morgengeschichten auf Radio SRF1 und steht regelmässig als Spoken-Word-Autor auf der Bühne, zusammen mit der Gruppe «Bern ist überall», dem «Hausquartett» mit der stimmvirtuosen Isa Wiss oder verbunden mit dem Rap von Greis und Anna Frey. Aktuell ist er solo oder im Duo mit einem Morgengeschichten Programm, seinen neusten Spoken-Word-Texten oder einem Kurt Marti und Walter Vogt Mundartprogramm unterwegs.

2015    Schweizer Literaturpreis 2015 - für sein Buch "Unger üs"

2012    Prix Suisseculture 2012 - für kulturpolitische Tätigkeiten

 

Webseite des Künstlers

Guy Krneta ist Mitglied auf spoken-word.ch

aktuelles Programm

Churz uflüpfe

Morgengeschichten live. Mit Guy Krneta und Michael Pfeuti (Bassetto)

Seit 2006 schreibt Guy Krneta Morgengeschichten für Radio SRF1. Kurze Erzählungen, die unterhalten und einen oder zwei Gedanken mitgeben in den Tag. Krnetas Geschichten sind witzig, geistreich, skurril, mit Tiefgang. Und brauchen dafür höchstens zwei Minuten.

Das Programm „Churz uflüpfe“ versammelt Guy Krnetas Highlights und mischt sie mit allerneusten Morgengeschichten. Im Zusammenspiel mit Michael Pfeuti am Bassetto wird das Erzählen zum musikalischen Erlebnis, werden aus den Geschichten eigentliche Songs.

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modern mundart und spoken word von Kurt Marti und Walter Vogt

Mit Guy Krneta (Mund) und Ruedi Schmid (Art)

Lesung und Konzert. Der Blues der Sprache. Kurt Marti und Walter Vogt haben die modern-mundart-Bewegung der Siebzigerjahre geprägt. Marti mit seiner einprägsam prägnanten Lyrik, Walter Vogt mit seinen improvisatorisch verspielten Texten. Die beiden sind Vorläufer geworden der heutigen Spoken-Word-Szene. Das führen Guy Krneta und Ruedi Schmid virtuos vor, indem sie die Texte nahe an sich heranholen und die Aktualität und formale Radikalität hörbar machen. Da wechseln die musikalischen Stile im vielseitigen Gitarrenspiel Ruedi Schmids. Da steht höherer Blödsinn neben philosophischem Tiefgang. Im Sturm der Sprache, verloren in der Musik. 

Mit seinen Lyrikbänden „rosa loui“ und „undereinisch“ sorgte Kurt Marti Ende der sechziger Jahre für Furore. Seine umgangssprachlichen Gedichte, beeinflusst von der Konkreten Poesie, öffneten Türen für nachfolgende Generationen bis hin zur heutigen Spoken-Word-Bewegung. Auch Walter Vogt war von Martis Lyrik angeregt und verfolgte doch einen ganz anderen Weg. Anknüpfend bei H.C. Artmanns Gedichten im Wiener Vorstadtdialekt, suchte er noch stärker eine lautliche Notierung der Umgangssprache. Während Marti verkürzte und verdichtete, trieb Vogt seine Texte in die improvisatorische Redundanz. Nun liegt Martis umgangssprachliches Werk, inklusive der Texte aus dem Nachlass, zum ersten Mal in einem Buch vollständig vor. Und Vogts Mundarttexte erscheinen überhaupt zum ersten Mal gedruckt in einem Buch mit dem sprechenden Titel „hani xeit“.

Der Band „hani xeit“ von Walter Vogt versammelt unterschiedliche Mundarttexte Vogts. Er zeigt die Breite und Vielfalt seiner Texte, die alle für den mündlichen Gebrauch geschrieben sind: Für eine Veranstaltung im Kellertheater, für den Vortrag am Radio, für Hörspielproduktionen. Anders als Kurt Marti, der seine Texte streng komponiert, aufs Essentielle reduziert, lotet Vogt quasi improvisatorisch die klangliche Redundanz, den Blues der Sprache aus. Mit seinen experimentellen modern-mundart-Texten Ende der Sechzigerjahre ist Walter Vogt zweifellos ein Vorläufer der heutigen spoken-word-Bewegung. Dies demonstrieren Guy Krneta und Ruedi Schmid, indem sie die Texte nahe an sich heranholen und ihre Aktualität und formale Radikalität hörbar machen.

 

Filetschtück

«Es git Türe, wo eim, we me düre geit, gschyder mache. U es git Türe, wo eim, we me düre geit, tümmer mache. U we me wusst, weli Türen eim gschyder machen u weli tümmer, würd me nume dür die Türe düre ga, wo eim gschyder mache

«Filetschtück» ist eine reiche Sammlung von Geschichten, die in den letzten Jahren für die SRF-Sendung «Morgengeschichten» und für Spoken-Word-Auftritte entstanden sind.

So sehr der Erzählfluss, die (Alltags)themen und das Anekdotische auch mitreissen, so stecken in den Geschichten doch immer feine Widerhaken, die uns LeserInnen die Unwägbarkeiten und Widersprüche des Lebens vorführen. Mehr noch: Guy Krneta geht der Sprache und dem Erzählen auf den Grund – wichtig ist nicht nur, was erzählt wird, sondern auch wie geredet wird.

Wir begleiten den Erzähler und seine Figuren zum Kinderarzt, an die Gerichtsverhandlung eines Asylbewerbers, an die Schullesung, zum Mitarbeitergespräch oder ins Altersheim. Wir erfahren von Putzfrauen, CEOs, verlassenen Ehemännern, Flüchtlingen, Kaminfegern, Bankern, Autoren. Dazu gesellen sich Hommagen und Nachdichtungen zu Peter Bichsel, Daniel de Roulet, Robert Walser oder Kurt Marti.

Und immer gehen in diesen Mini-Dramen auf engem Raum Welten auf, die unterhaltsam und nachdenklich zugleich von den sozialen und politischen Realitäten der heutigen Zeit berichten.


rosa loui - Hommage an Kurt Marti

So schreiben, wie tatsächlich gesprochen wird - so lautete eine Forderung des Berner Theologen und Schriftstellers Kurt Marti aus dem Jahre 1964. Nicht Heimatlyrik, sondern modernes Sprachexperiment waren Martis Texte, anknüpfend an die Konkrete Poesie und den Dadaismus. Mit den Gedichtbänden "rosa loui" (1967) und "undereinisch"(1973) begründete er eine neue Form der Lyrik in Berner Umgangssprache, die Spoken-Word-AutorInnen bis heute prägt und inspiriert.

Das Hörbuch sowie das Bühnenprogramm von Guy Krneta & Louisen spielt mit den Gedichten Martis, variiert sie, verlängert sie, überschreibt sie und macht sie zu eigentlichen Keimzellen für neue Texte und Musik. Aus Martis poetischen Rhythmen entsteht ein Jazzkonzert, das auch die Nähe zum Rock und zum Chanson nicht scheut.

Bestellen beim Verlag Der Gesunde Menschenversand

Webseite des Projekts

 

«wo chiemte mer hi?» - als Lesung, Gespräch oder Konzert

Zum Buch von Kurt Marti bieten sich verschiedene Veranstaltungsformen an. Eine Lesung mit anschliessendem Gespräch mit den beiden Herausgebern (Guy Krneta und Andreas Mauz). Optional wird die Lesung begleitet durch die Gitarre von Ruedi Schmid.
Die Veranstaltung kann auch mit Guy Krneta und der Band "Louisen" als Spoken-Word-Konzert und einem Gespräch inklusive Andreas Mauz stattfinden. Alle Variationen sind denkbar und reizvoll.

«Bisweilen schreibt Guy Krneta Marti-Texte fort, er ergänzt und erweitert sie. Es sind «vertonte » Gedichte zu eigenständiger jazz-rockiger Musik. Es entstehen Songs mit Sprechgesang, mal gar eine Art Rap zu funkigem Klangteppich.» (kulturtipp)

 

Unger Üs

«Familien isch, we mir unger üs sy, het dr Grosvatter gseit.Das syg säute. Umso meh fröi’s ihn, dass mir aui heigechönne cho.»

In längeren und kürzeren Spoken-Word-Texten erzählt das «Familienaubum» vom Aufwachsen in der Schweiz Ende der 1970er-Jahre. In leichterSchräglage taucht viel Bekanntes auf. Verschiedene Figuren kreuzensich und werden verbunden durch den Erzähler, der gerade seinenMilitärdienst verweigert und ein Kind in Peru erwartet. Derweil sucht der Grossvater sein Chalet in Grindelwald. Onkel Sämi singt als einziger Nichtschwuler im Schwulenchor Köniz und wird auf der Strasse angepöbelt. Die Cousine spricht dreizehn Sprachen und macht sich Sorgen umihre Identität, die durcheinandergerät, wenn nun eine vierzehnte und einefünfzehnte Fremdsprache dazu kommen. Im «Familienaubum» von GuyKrneta geht es um Heimatgefühle und Heimatverlust in einer Gesellschaft, die aussenpolitische Konflikte am liebsten innenpolitisch austrägt. Es geht ums Erzählen in der Sprache und aus der Sprache heraus, bis siezu swingen beginnt.

Mehr Infos / Infoblatt Unger üs

Unger üs mit Hausquartett

Das Hausquartett und Guy Krneta haben das „Familienalbum“ packend und lustvoll vertont, gelesen und gesungen – an zahlreichen Auftritten, und nun auch als Hörspiel auf SRF 2 Kultur und als Hörbuch (3 CDs). Isa Wiss liest, singt, dirigiert, führt durch die Episoden. Guy Krneta liest, ergänzt. Christoph Baumann (Piano), Hämi Hämmerli (Kontrabass) und Tony Renold (Schlagzeug)  spielen, unterwandern, begleiten, kommentieren improvisierend und mit Drive die Texte auf der Basis von Kompositionen von Christoph Baumann. Mehr Infos

Medienunterlagen

Presseberichte

SRF Schnabelweid - rosa loui, 2016

 

„Es ist immer die gesprochene Sprache, der Sprachfluss, das Aneinanderreihen der Wörter und Sätze, das Entlanghangeln der Sprache an der Achse der Zeit, die Krneta erforscht, sowie das Wunder, dass durch Bezüge von der einen zur anderen Textstelle doch Gleichzeitigkeiten entstehen, die eigene Rede sich relativiert, während die Performance voranschreitet.“

(Christine Wyss, Literaturkommission des Kantons Bern)

 

 

 

Medienunterlagen

Hier finden Sie Material für die Gestaltung von Presseberichten und Ankündigungen für die Shows von Guy Krneta.

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